Daikin Europe hat sein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum (EDC) in Gent offiziell eröffnet. Die Investition in Höhe von 140 Mio. € soll Innovationen bei Wärmepumpen- und Kältetechnologien in ganz Europa beschleunigen. Der 30.600 m² große Komplex im Tech Lane Ghent Science Park verdoppelt die Testkapazität von Daikin in der Region und dient als globales Entwicklungszentrum des Unternehmens für Luft-Wasser-Wärmepumpen.
Zur Eröffnungsveranstaltung kamen Medienvertreter, Geschäftspartner sowie Vertreter aus Wissenschaft und Kommunalverwaltung zusammen, um an einem Tag mit Reden, Diskussionen und einer Führung durch die hochmoderne Anlage teilzunehmen.
Innovation, Nachhaltigkeit und Partnerschaft
Bei der Eröffnung der Veranstaltung hob Wim De Schacht, Vice President Service & Solutions and Corporate Affairs bei Daikin Europe, die strategische Bedeutung des neuen Zentrums hervor:
„Mit der Eröffnung des EDC in Gent bekräftigen wir das Engagement von Daikin für Innovation, Nachhaltigkeit und Partnerschaft. Diese Einrichtung stärkt unsere F&E-Kompetenzen und vertieft unsere Beziehungen zur Gemeinschaft und zu den europäischen Interessengruppen.“
Er betonte, dass das EDC Ghent das langfristige Engagement von Daikin für die Entwicklung CO₂-armer Klimatechnologien der nächsten Generation widerspiegelt, die die Dekarbonisierungsziele der EU unterstützen.
Als Vertreterin der Ghent University würdigte Rektorin Petra De Sutter die Partnerschaft zwischen Daikin und der Wissenschaft als Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit nachhaltige Innovationen in Europa vorantreibt. Sie wies darauf hin, dass Initiativen wie das EDC Ghent entscheidend dafür sind, die Ziele der Energiewende des Kontinents zu erreichen und eine wettbewerbsfähige, wissensbasierte Wirtschaft aufzubauen.
Anschließend gab Ryoto Takechi, General Manager des EDC Ghent, einen Überblick über den Auftrag des Zentrums:
„Im EDC Ghent setzen wir uns dafür ein, Innovationen voranzutreiben, die Zusammenarbeit zu fördern und die Nachhaltigkeit zu stärken, mit dem Ziel, die Energiewende in unserer Branche anzuführen.“
Er beschrieb die Einrichtung als Plattform für die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Teams von Daikin, Universitäten und Technologiepartnern, die alle an der Elektrifizierung von Heizung und Kühlung sowie am Übergang weg von fossilen Brennstoffen arbeiten.
Podiumsdiskussion: Dekarbonisierung dicht besiedelter Räume
Die Veranstaltung wurde mit einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Dekarbonisierung dicht besiedelter Räume: Die Wärmepumpenrevolution, urbane Komplexität als Chance für den Klimaschutz“ fortgesetzt.
Die von Patrick Crombez, Head of Environmental Readiness bei Daikin Europe und Präsident der European Heat Pump Association (EHPA), moderierte Gesprächsrunde brachte Fachleute aus Kommunalverwaltung, Wissenschaft, Industrie und Energieverbänden zusammen:
Filip Watteeuw (Stadt Gent), Prof. Michel De Paepe (Ghent University), Aurélie Beauvais (Euroheat & Power), Peter Anderberg (HEATNET Global) und Laurent Van Thournout (Daikin Europe EDC).
Die Teilnehmer erörterten die Herausforderungen bei der Dekarbonisierung dicht besiedelter städtischer Gebiete, der Integration erneuerbarer Wärmequellen und der Sicherstellung qualifizierter Fachkräfte für den wachsenden Wärmepumpensektor. Dabei kristallisierte sich eine zentrale Schlussfolgerung heraus: Nur eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und Forschungseinrichtungen kann den groß angelegten Wandel ermöglichen, den Europa benötigt.
Eine Führung durch die Zukunft der Klimatechnik
Nach den Diskussionen nahmen die Gäste an einer Führung durch die Test- und Entwicklungsbereiche des EDC teil. Die Einrichtung beherbergt 23 moderne Labore, darunter Akustik- und EMV-Kammern, in denen Ingenieure Wärmepumpen und Kälteanlagen unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen testen können.
Während der Führung erkundeten die Besucher die spezialisierten Laborbereiche des EDC:
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Im Testbereich Simulation Box (SIMBOX) wurde demonstriert, wie die Ingenieure von Daikin bis zu 100 automatisierte virtuelle Testszenarien ohne physische Geräte durchführen, wodurch die Softwarevalidierung erheblich beschleunigt und die Entwicklungszeit verkürzt wird.
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Im Performance Test Laboratory konnten die Gäste beobachten, wie 23 Klimakammern extreme Umgebungsbedingungen von −30 °C bis +60 °C simulieren, wobei die Luftfeuchtigkeit präzise geregelt wird, um die weltweite Zuverlässigkeit der Produkte sicherzustellen.
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Das Parts Reliability Lab präsentierte Mehrzonenaufbauten für mechanische, umweltbezogene und korrosionstechnische Prüfungen, darunter als nachhaltigkeitsorientiertes Beispiel eine Wasserpumpe aus Verbundwerkstoff, die die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Materialien um 43 % reduziert.
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Im EMC Laboratory gewährleisten drei separate Testzonen die vollständige elektromagnetische Verträglichkeit der Produkte von Daikin. Dadurch kann das Unternehmen diese Verfahren vollständig intern durchführen und die Kosten für externe Prüfungen senken.
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In den Sound Testing Rooms ermöglicht ein hochmodernes akustisches Konzept schließlich Messungen bei einem Hintergrundgeräuschpegel von lediglich 10 dBA. So können besonders leise HLK-Systeme für Wohn- und Gesundheitseinrichtungen validiert werden.
Diese Bereiche unterstreichen das Engagement von Daikin für Zuverlässigkeit, Effizienz und Umweltkonformität in jeder Phase der Produktentwicklung.
Das Gebäude selbst ist ein Modell für Nachhaltigkeit. Es wird als nahezu energieneutrale Einrichtung betrieben und verfügt über eine BREEAM Excellent-Zertifizierung. Zur Infrastruktur gehören 72 geothermische Bohrungen mit einer Tiefe von 150 Metern, Solarmodule auf dem Dach, Systeme zur Regenwassernutzung und ein intelligentes Gebäudemanagementsystem, das sämtliche Energieflüsse überwacht und optimiert.
Zusammengenommen zeigen diese Merkmale, wie Daikin seine eigenen Technologien einsetzt, um energieeffiziente, autarke Umgebungen zu schaffen, und machen die Einrichtung zu einem anschaulichen Beispiel für die Dekarbonisierungsziele des Unternehmens.
Präsentation von Laurent Van Thournout
Die Medienführung endete im Konferenzsaal, wo Laurent Van Thournout, Deputy General Manager R&D bei Daikin Europe, in einer Präsentation die Ziele und den Umfang des Zentrums zusammenfasste.
Er erläuterte, dass das EDC Ghent Teil eines umfassenderen F&E-Netzwerks ist, das sich über Belgien, die Tschechische Republik, Deutschland, die Türkei und Italien erstreckt. Zu den Schwerpunkten des Zentrums gehören die Entwicklung von Kältemitteln der nächsten Generation (R290 und CO₂), IoT-fähigen Regelungssystemen und digitalen Lösungen, die Energieeffizienz und Nutzerkomfort verbessern.
Van Thournout betonte, dass die Investition nicht nur die Testkapazität von Daikin verdoppelt, sondern auch die Rolle Europas als Impulsgeber für globale Innovationen innerhalb des Unternehmens stärkt. Er hob die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ghent University hervor, an der Wissenschaftler und Ingenieure von Daikin gemeinsam zukünftige Energietechnologien erforschen.
Nachhaltige Gebäudesysteme
Über seine Labore und Testeinrichtungen hinaus dient das EDC Ghent selbst als praxisnahe Demonstration der nachhaltigen HLK-Technologie von Daikin. Der 14-stöckige Komplex ist als nahezu energieneutrales Gebäude (nZEB) konzipiert und beantragt derzeit eine BREEAM Excellent-Zertifizierung, einen der höchsten europäischen Standards für energieeffizientes Bauen.
Die Klimasysteme im Gebäude kombinieren Geothermie, Luft als Wärmequelle und Solartechnik in einem integrierten Konzept. Ein Netz aus 72 geothermischen Bohrungen mit einer Tiefe von jeweils 150 Metern sorgt mithilfe der natürlichen Erdreichtemperatur für eine stabile Wärme- und Kälteversorgung. In den oberen Stockwerken ergänzen VRV-Systeme mit dem Kältemittel R32 die geothermische Anlage. Dadurch werden die gesamten Umweltauswirkungen reduziert und gleichzeitig eine hohe Leistung aufrechterhalten.
Das Gebäude verfügt außerdem über Solarmodule auf dem Dach, Regenwassersammelsysteme und ein intelligentes Building Management System (BMS), das sämtliche Energieflüsse kontinuierlich überwacht und optimiert. Diese intelligente Steuerung stellt sicher, dass Heizung, Kühlung, Beleuchtung und Lüftung perfekt aufeinander abgestimmt arbeiten, wodurch Energieverbrauch und Emissionen das ganze Jahr über minimiert werden.
Durch den Einsatz eigener Technologien in der Einrichtung hat Daikin das EDC in ein funktionierendes Demonstrationsobjekt für die nachhaltige Integration von HLK-Systemen verwandelt. Es zeigt, dass Komfort, Effizienz und Dekarbonisierung in einem einzigen fortschrittlichen System miteinander vereinbar sind.
Ein Symbol für Europas Energiewende
Die Eröffnung des EDC Ghent markiert einen entscheidenden Schritt in der europäischen Strategie von Daikin, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Über seine technologischen Errungenschaften hinaus ist das Projekt ein Modell dafür, wie Industrie, Wissenschaft und lokale Gemeinschaften zusammenarbeiten können, um die grüne Transformation des Kontinents zu beschleunigen.
Wim De Schacht fasste abschließend zusammen:
„Dieses Zentrum ist nicht nur eine Investition in Technologie, sondern auch eine Investition in Menschen und in die nachhaltige Zukunft Europas.“
Mit seinem neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum positioniert sich Daikin Europe an der Spitze der Wärmepumpenrevolution und vereint Innovation, Nachhaltigkeit und Partnerschaft, um die Zukunft des Heizens und Kühlens neu zu gestalten.















