Partnermaterial
Im März 2026 erhielt Secops Solar Direct Drive Power Management Module die WHO PQS-Präqualifizierung und wurde offiziell in den WHO Catalogue of Prequalified Immunization Devices aufgenommen.
Das WHO IMD-PQS (Immunization Devices Performance, Quality and Safety programme) ist der weltweite Maßstab für Kühlkettenausrüstung, die bei Impfprogrammen eingesetzt wird. Die Aufnahme in den Katalog stellt eine verifizierte technische Zertifizierung dar, mit der bestätigt wird, dass ein Produkt die WHO-Anforderungen an Leistung, Qualität und Sicherheit erfüllt. Dies ist der Standard, nach dem UN-Organisationen und nationale Impfprogramme weltweit die zu beschaffende Ausrüstung auswählen. Der einzige Weg führt über das Verfahren selbst, das eine Vorprüfung vor Einreichung des Antrags, eine vollständige Bewertung der Unterlagen, Prüfungen durch akkreditierte Labore und eine unabhängige technische Prüfung umfasst. Es sind höchstens drei Prüfungsrunden möglich, bevor ein Antrag vollständig abgelehnt wird.
Für Secop ist dieser Meilenstein das Ergebnis einer monatelangen engen Zusammenarbeit zwischen dem Entwicklungsteam und den technischen Fachleuten der WHO. Dieser Weg begann bereits vor der formellen Antragstellung, als Secop einer WHO-Arbeitsgruppe der Industrie für Systeme zur Überwachung von Anlagen beitrat.
Im Folgenden finden Sie Fragen, die direkt an die Ingenieure und Projektverantwortlichen von Secop gestellt wurden, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ihre Antworten geben Einblicke in ihre Erfahrungen und den damit verbundenen Aufwand.
Peter Michael Hansen
Leiter des Geschäftsbereichs Medical
Mit der WHO PQS-Präqualifizierung wird Secop zu einem offiziellen Mitwirkenden an den weltweiten humanitären Impfprogrammen, zugleich bestätigt sie die Zuverlässigkeit der Marke in der medizinischen Kühlkette. Was bedeutet dies für die Vision des Unternehmens, und was bedeutet es für Sie persönlich, dass diese Technologie dazu beitragen wird, einige der schutzbedürftigsten Gemeinschaften der Welt zu schützen?
Der eigentliche Fortschritt besteht darin, dass Secop nun offiziell im WHO PQS-Katalog aufgeführt ist. Mit unserem speziell für den medizinischen Bereich entwickelten Verdichterprogramm spielen wir seit Langem eine Rolle in der Kühlkette, und unsere Produkte werden bereits seit Jahren in zertifizierten Anwendungen eingesetzt. Doch nun haben wir erstmals ein von Secop entwickeltes Produkt, das selbst Bestandteil des Katalogs ist. Das ist für uns als Unternehmen ein bedeutender Schritt nach vorn.
Die Tragweite dieses Schritts wird deutlich, wenn man betrachtet, was auf dem Spiel steht. Impfungen haben seit 1974 154 Millionen Menschenleben gerettet, und eine zuverlässige Kühlketteninfrastruktur macht dies überhaupt erst möglich. Dennoch werden nach Schätzungen der World Health Organization weltweit jedes Jahr noch immer bis zu 50 % der Impfstoffe verschwendet, hauptsächlich aufgrund von Fehlern bei der Temperaturkontrolle und in der Kühlkettenlogistik. Jeder Prozentpunkt, um den wir diese Verluste verringern können, bedeutet, dass mehr Impfdosen die Menschen erreichen, die sie benötigen. Wir haben dieses System entwickelt, um eine zuverlässige Kühlkette auch dort wirklich zugänglich zu machen, wo eine sichere Stromversorgung nicht vorausgesetzt werden kann. Wir sind der einzige Verdichterhersteller mit einem speziell für diesen Bereich entwickelten medizinischen Portfolio. Nun sind wir außerdem der einzige Hersteller mit einem Gerät im WHO PQS-Katalog. Das ist kein Detail. Das ist es, was uns ausmacht.
Quellen:
- Gavi, Die Impfstoffkühlkette: eine Geschichte (2024)
- UNEP, Warum optimierte Kühlketten eine Milliarde COVID-Impfstoffe retten könnten
Helmut Greiner
Projektleiter und Leiter Anwendungstechnik Medical
Das SDD-System musste unter einer außergewöhnlich großen Bandbreite realer Bedingungen zuverlässig funktionieren, beispielsweise beim Einsatz von Photovoltaikmodulen, bei instabilen Stromnetzen oder im Extremfall sogar ganz ohne Stromversorgung aus dem Netz. Was war erforderlich, um ein System zu entwickeln, das in all diesen Szenarien funktioniert, und wodurch unterscheidet sich diese Lösung tatsächlich von den zuvor verfügbaren Lösungen?
Die grundlegende Herausforderung lautete: Das System muss unabhängig davon funktionieren, was außerhalb geschieht. An einem Stromnetz, dessen Wechselspannung zwischen 82 und 274 Volt schwankt, muss es Spannungsspitzen von bis zu 510 Volt standhalten, ohne dass ein zusätzlicher Spannungsstabilisator erforderlich ist. Beim Betrieb mit Solarmodulen ist es für die neueste Generation von PV-Modulen mit 72 Zellen optimiert. Ein MPPT-Algorithmus passt die Verdichterdrehzahl kontinuierlich an die jeweils verfügbare Sonneneinstrahlung an, sodass das System selbst bei geringer Einstrahlung weiterläuft. Zudem liefert es dauerhaft bis zu 110 Watt.
Das neue SDD2 Power Management System ermöglicht eine intelligente Auswahl der Stromversorgung, wobei vorzugsweise Solarenergie genutzt wird. Sinkt die Sonneneinstrahlung unter einen Mindestwert, erfolgt ohne manuellen Eingriff ein nahtloser Wechsel zum Stromnetz. Für eine Klinik in einer abgelegenen Region verändert dies alles: Das universelle SDD2 kann in jeder Region und unter allen Bedingungen eingesetzt werden, und die Kühlung für die medizinische Kühlkette wird schlichtweg nicht unterbrochen. Darüber hinaus wurde SDD2 so entwickelt, dass es die neuen WHO-PQS-E006-Anforderungen erfüllt. Alle wesentlichen physikalischen Kühlparameter werden überwacht und übertragen, um eine Fernüberwachung sowie rechtzeitige Serviceeinsätze zu ermöglichen und dadurch Ausfallzeiten sowie die Verschwendung lebensrettender Impfstoffe zu vermeiden.
Hendrik Möller
Leiter Anwendungstechnik DC
Das Secop SDD-System vereint das von WHO PQS zugelassene Power Management Module, den speziell für Solaranwendungen vorgesehenen Regler und den Verdichter MB3CKV zu einer vollständig integrierten Lösung. Welches Problem löst dies für Hersteller, und wie schneidet das System im Vergleich zu den zuvor am Markt angebotenen Lösungen ab?
Bevor dieses System verfügbar war, hatten Hersteller von solarbetriebenen Impfstoffkühlschränken zwei Möglichkeiten. Sie konnten entweder die vorherige Version von Secop Solar Direct Drive mit Komponenten von Secop und ihren eigenen Messgeräten kombinieren, um die neuesten PQS-Anforderungen an Protokollierung und Datenerfassung zu erfüllen, oder sie mussten separate Komponenten beschaffen und integrieren, die häufig von unterschiedlichen Lieferanten stammten, und anschließend das gesamte System selbst anhand der WHO-Spezifikationen validieren. Dies war mit einem erheblichen Entwicklungsaufwand und Risiko verbunden.
Secop bietet nun eine Weiterentwicklung der vorintegrierten Kombination an: ein Solar Power Management Module, einen Verdichter und einen speziellen Solar-Verdichterregler. Diese Komponenten wurden für den gemeinsamen Betrieb entwickelt und validiert und sind von der WHO PQS-Gruppe vorab zugelassen. Das System integriert drei Kernkomponenten, die jeweils für medizinische Anwendungen optimiert sind. Der Verdichter BD Nano wurde speziell für den medizinischen Einsatz angepasst. Der Solar-Verdichterregler nutzt spezielle Anlaufalgorithmen, um selbst bei schwachen Lichtverhältnissen einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen. Das von WHO PQS zugelassene Power Management Module überwacht den Status des Impfstoffkühlschranks und nutzt Maximum Power Point Tracking (MPPT), um die verfügbare Sonneneinstrahlung jederzeit bestmöglich zu nutzen. Ein einziges integriertes und vorab zugelassenes System als Kern der Lösung beseitigt eine Komplexitätsebene, die Hersteller bislang erhebliche Entwicklungsressourcen und viel Entwicklungszeit kostete.
Thomas Krogh Nielsen
Leiter globale Zulassungen
Aus externer Perspektive kann es schwierig sein, die Komplexität des Erwerbs dieser Zertifizierung vollständig zu erfassen. Können Sie die mit diesem Verfahren verbundenen Herausforderungen und die Vorgehensweisen beschreiben, mit denen die Zertifizierung erfolgreich erlangt wurde?
Es handelt sich nicht um eine Zertifizierung im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr um einen fortlaufenden und äußerst anspruchsvollen Dialog mit einigen der weltweit strengsten technischen Prüfer, der unter strikten Verfahrensvorgaben geführt wird. Antragstellern sind höchstens drei Prüfungsrunden gestattet. Wird der erforderliche Standard bis zur dritten Runde nicht erfüllt, wird der Antrag abgelehnt, sodass das gesamte Antragsverfahren von Beginn an vollständig wiederholt werden muss. In jedem Prüfungszyklus sind umfassende, präzise und vollständig dokumentierte Antworten erforderlich, die keinen Raum für Mehrdeutigkeit oder Interpretationsspielraum lassen. Das Zertifizierungsverfahren für das SDD-System dauerte etwa sieben Monate (1. Oktober 2025 bis 1. April 2026). Ein entscheidender Faktor für unser erfolgreiches Ergebnis war unsere frühere Mitwirkung in der WHO-Arbeitsgruppe, die der formellen Antragsphase vorausging. Durch diese frühzeitige Beteiligung konnten wir nicht nur ein tiefes Verständnis der technischen Spezifikationen selbst entwickeln, sondern auch der ihnen zugrunde liegenden Beweggründe. Dieses Maß an Vorbereitung erwies sich als entscheidend.




