Direkt nach der Pressekonferenz von Epta auf der EuroShop 2026, auf der die Gruppe ihre Vision „Good never stops“ und die Hauser-Transaktion vorstellte, nahm Sergei Mukminov, Chefredakteur von RefIndustry.com, an einer exklusiven Standführung unter der Leitung von Aurélien Tissot, Marketing Senior Director der Epta Group, teil.
Die Führung führte durch die wichtigsten Bereiche des Epta-Stands, von der Einführung des Flaggschiff-Kühlmöbels Zenith über CO2-Kältesysteme und den Engineering-Bereich EptaTechnica bis hin zu konzeptioneller Ladengestaltung, flexiblen Bedienungstheken und der Plattform für digitale Services MyEpta. Unterwegs wurde Aurélien von Kollegen aus der Systemtechnik und den digitalen Services begleitet, die jeweils ihren Teil des Portfolios ausführlich erläuterten.
Bereich des Flaggschiff-Kühlmöbels: Zenith
Aurélien, wo beginnen wir die Führung, und was präsentiert Epta hier?
Aurélien Tissot: Wir beginnen mit unserem neuen Flaggschiffprodukt Zenith, das Sie hier sehen können. Der zentrale Punkt ist die Verbindung von Energieeffizienz und Warenpräsentation beziehungsweise Transparenz. Alles beginnt mit Nachhaltigkeit: Jedes Produkt, das wir entwickeln, geht von der Notwendigkeit der Nachhaltigkeit aus. So profitieren beispielsweise alle Zenith-Kühlmöbel von einer zusätzlichen Dämmung. Dabei werden Standards von Tiefkühlmodellen auf Pluskühlmöbel übertragen, indem die Dicke der ausgeschäumten Struktur von 30 mm auf 60 mm erhöht wird. Darüber hinaus haben wir zahlreiche Simulationen durchgeführt, darunter CFD-Analysen, um die Luftführung und die Konstruktion durch gezielte technische Verbesserungen zu optimieren.
Was ist Ihrer Meinung nach der erste Eindruck, wenn man Zenith vor Ort sieht?
Aurélien Tissot: Der erste Eindruck von Zenith ist sein klares, aufgeräumtes Design, das unmittelbar Einfachheit, Ordnung und moderne Eleganz vermittelt. Man nimmt Qualität und eine große Liebe zum Detail wahr. Wir haben unsere Designkompetenz kontinuierlich ausgebaut und dieses Maß an Detailgenauigkeit in unsere Welt aus Stahl und Metall übertragen.
Ist Zenith bereits auf dem Markt, oder handelt es sich um eine Vorabpräsentation?
Aurélien Tissot: Zenith wird hier auf der EuroShop offiziell eingeführt. Wir haben bereits kurz vor der EuroShop mit der Auftragsannahme begonnen, aber dies ist die offizielle Markteinführung.
Wann beginnen die ersten Auslieferungen oder Installationen in den Märkten?
Aurélien Tissot: Die Installationen beginnen im März, und im Laufe des Frühjahrs werden Sie Eröffnungen in Märkten sehen.
Engineering- und Systembereich: EptaTechnica (CO2-Verbundanlagen)
Aurélien, wo befinden wir uns jetzt, und was möchte Epta in diesem Bereich zeigen?
Aurélien Tissot: Jetzt kommen wir zum stärker technisch ausgerichteten Teil. Dieser Bereich ist EptaTechnica, die Epta-Marke für Verbundanlagen und Kältesysteme. Ich möchte Ihnen Stefano Trabucchi, Epta System Engineering Group Manager, vorstellen. Er wird einen kurzen Überblick darüber geben, was wir hier zeigen und welche Richtung wir einschlagen.
Stefano Trabucchi, Epta: Was Sie hier sehen, ist der EptaTechnica-Bereich für Kälteverbundanlagen und Kältesysteme. Hier sehen Sie zwei Produkte, die zwei Enden des Spektrums transkritischer CO2-Boostertechnologien abdecken.
Bei dem einen handelt es sich um ein kleineres, stärker standardisiertes Produkt: ECO2Compacta eignet sich mit Leistungen von 15 bis 45 kW für die Normalkühlung und 0 bis 9 kW für die Tiefkühlung sowohl für die Innen- als auch für die Außenaufstellung. Das andere ist unsere größte Plattform ECO2GIANT, die hier als Verbundanlage für einen Kunden auf dem australischen Markt gezeigt wird und Kältetechnik mit Klimatisierung verbindet. Sie ist mit unserem ETE-System (Extreme Temperature Efficiency) ausgestattet, das bei allen geografischen Breiten die Effizienz maximiert und die Energiekosten reduziert, selbst unter extremen klimatischen Bedingungen mit Temperaturen von mehr als 40 °C. . In dieser Konfiguration kann die Kälteverbundanlage mit einer zweiten, speziell für die Klimatisierung vorgesehenen Verbundanlage gekoppelt werden.
Wie lautet die zentrale Botschaft an Einzelhändler oder Systemintegratoren in einem Satz?
Stefano Trabucchi: Wir unterstützen unterschiedliche Systemgrößen und Konfigurationen, darunter integrierte Lösungen für anspruchsvolle Klimabedingungen und spezifische Kundenanforderungen.
Welche Bedeutung hat die Hauser-Transaktion für dieses Systemportfolio?
Aurélien Tissot: Die Transaktion mit Hauser schafft hier einen erheblichen Mehrwert. Epta deckt heute Leistungen bis etwa 250 kW ab, und mit Hauser erweitern wir diesen Bereich auf bis zu etwa 700 kW. Das ist ein großer Sprung. Hauser ergänzt uns sehr gut, da Epta von Convenience-Formaten bis hin zu Verbrauchermärkten sehr stark ist und Hauser die Kompetenzen darüber hinaus erweitert, einschließlich leichtindustrieller Anwendungen.
Tool für „Auswahlkennzahlen“: Abstimmung der Plattform auf Region und Leistung
Aurélien, was sehen wir auf diesem Bildschirm, und was demonstriert Epta hier?
Aurélien Tissot: Hier zeigen wir ein interaktives Tool für Auswahlkennzahlen. Es soll Kunden dabei unterstützen, anhand der erforderlichen Leistung, der Region und der örtlichen Bedingungen die richtige Plattform und Technologie auszuwählen. Mit diesem Tool zeigen wir, dass wir über ein vollständiges Portfolio an Plattformen und technologischen Lösungen verfügen und dass die Technologiewahl auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten sein sollte.
Es geht also nicht um eine „universelle“ Lösung, sondern um einen Portfolioansatz?
Aurélien Tissot: Genau, unterschiedliche Technologien und Plattformen für unterschiedliche Anforderungen und Umgebungen.
Konzeptbereich: Einzelhandelsansatz mit der Geschichte im Mittelpunkt
Aurélien, wo befinden wir uns jetzt, und welchem Zweck dient dieser Konzeptbereich?
Aurélien Tissot: Dies ist der EptaConcept-Bereich. Wir möchten vermitteln, dass wir bei der Konzeptentwicklung mit dem Einzelhändler zusammenarbeiten, um zu verstehen, welche Geschichte er den Verbrauchern erzählen möchte. Dabei konzentrieren wir uns auf die Raumaufteilung, die Gestaltung und Atmosphäre, die Kundenfrequenz zu verschiedenen Tageszeiten, den Verbrauchertyp und die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Marktes. Wenn zunächst die übergeordnete Gestaltung und das Kundenerlebnis definiert werden, wird die Auswahl der Kühlmöbel zu einem fundierteren und strategischeren Schritt. Die Geräte müssen die erforderliche Leistung erbringen, sie müssen funktionieren und energieeffizient sein.
Warum gewinnt dies Ihrer Ansicht nach gerade jetzt an Bedeutung?
Aurélien Tissot: Weil der Frischebereich ein echtes Differenzierungsmerkmal ist. Um mit dem Onlinehandel konkurrieren zu können, müssen Einzelhändler in ihren Frischebereich investieren und Theken installieren, die sich im Tagesverlauf verändern und zwischen Bedienungs- und Selbstbedienungsmodus wechseln können.
Flexible Theken und Warenpräsentation: wechselnde Nutzung im Tagesverlauf
Aurélien, wer kann erläutern, wie sich diese Theken im Tagesverlauf verändern?
Aurélien Tissot: Ich möchte Ihnen Bruno Scuto, Sales Regional Manager, vorstellen. Er kann die wichtigsten Aspekte der Flexibilität und des Wandels im Einzelhandel erläutern.
Bruno Scuto: Der Einzelhandel verändert sich, und die Betriebskosten steigen. Deshalb benötigen wir Technologien, die das Kundenerlebnis unterstützen und gleichzeitig flexibel bleiben. Zu unterschiedlichen Tageszeiten brauchen die Märkte unterschiedliche Funktionen: Grab-and-go, Zubereitung und Bedienung, Selbstbedienung. Flexibilität trägt außerdem dazu bei, Abfälle zu reduzieren.
Welche praktischen Merkmale tragen dazu bei, dass die „Technologie unsichtbar wird“ und die Produkte im Mittelpunkt bleiben?
Bruno Scuto: Beispielsweise lässt sich die Beleuchtung in Segmenten von ungefähr 30 cm konfigurieren. Dadurch kann sie so angepasst werden, dass sie die Produktfarben aufgreift oder hervorhebt, ohne dass die Technik selbst auffällt. Mit bestimmten Glaskonfigurationen können Sie außerdem schnell vom Bedienungs- zum Selbstbedienungsbetrieb wechseln. Dies ermöglicht unterschiedliche Strategien für die Warenpräsentation, abhängig von der Verfügbarkeit des Personals sowie den Besuchszeiten und Wünschen der Kunden im Tagesverlauf.
Plattform für digitale Services: MyEpta
Aurélien, wohin gehen wir als Nächstes?
Aurélien Tissot: Jetzt wenden wir uns dem Kundendienst und den digitalen Services zu. Ich möchte kurz unsere Plattform für die Zusammenarbeit vorstellen. Darf ich Ihnen Gernot Lasser, Digital Services Operations Manager, vorstellen.
Was ist MyEpta, einfach ausgedrückt?
Gernot Lasser: MyEpta ist eine Plattform für die Zusammenarbeit, die Kunden und Technikern einen zentralen Zugang zu Informationen über Epta-Produkte bietet. Ein Techniker oder Marktinhaber kann vor Ort einen NFC-Tag scannen, woraufhin sich die Produktseite öffnet, die wir als Asset ID bezeichnen.
Was umfasst die Ebene der „Asset ID“?
Gernot Lasser: Die Ebene der Asset ID ermöglicht den sofortigen Zugriff auf alle Informationen zu einem einzelnen Gerät. Durch das Scannen des NFC-Tags am Kühlmöbel können Techniker und Marktinhaber die digitale Produktseite öffnen und direkt vor Ort sowie in Echtzeit technische Unterlagen, Anlagendaten, die Servicehistorie und verfügbare digitale Services einsehen.
Gibt es auch eine Ansicht auf Marktebene?
Gernot Lasser: Ja, MyEpta umfasst auch eine Ansicht auf Marktebene, die Store ID genannt wird.
Sie bietet einen zentralisierten Überblick über die gesamte installierte Anlagenbasis in einem Markt und führt Gerätelisten, Dokumente, Servicewerkzeuge, KPIs und wichtige Daten an einem Ort zusammen. Dadurch erhalten Einzelhändler auf Marktebene vollständige Transparenz und Kontrolle.
Alarmüberwachung und KI: Global Alarm Management und vorausschauende Warnmeldungen
Sie haben die Alarmüberwachung erwähnt. Was unternimmt Epta hier in großem Maßstab?
Gernot Lasser: Epta verfügt über ein Alarmüberwachungssystem namens Global Alarm Management, an das Tausende von Märkten angebunden sind. Die Einführung hängt von den Werkzeugen und Systemen im jeweiligen Land ab, aber das Ziel besteht darin, die Anwendung weiter auszuweiten.
Und welche Rolle spielt KI dabei?
Gernot Lasser: Unser IT-Team hat vorausschauende Warnmeldungen entwickelt. Ziel ist es, Probleme früh genug vorherzusagen, um Schäden zu verhindern, beispielsweise durch Kältemittelleckagen. Wir arbeiten daran, das richtige Gleichgewicht zwischen den Erwartungen an die Genauigkeit und nützlichen Vorhersagen zu finden, die Serviceorganisationen effektiv einsetzen können.
Store Evolution: E-Commerce-Module und Türen für Retail Media
Aurélien, wo beenden wir die Führung, und was zeigt Epta hier?
Aurélien Tissot: Wir schließen mit der Ausrichtung „Store Evolution“ ab, bei der die Technologie über die Kältetechnik hinaus zusätzlichen Mehrwert schafft. Ein Element ist der E-Commerce mithilfe der EPTABricks, modularer gekühlter Einheiten, die wie Lego aufgebaut sind und sich an zahlreiche Formate anpassen lassen, darunter Lösungen für die letzte Meile und Hybridmodelle.
Ein weiteres Element ist Retail Media. Türen verbessern die Effizienz, sind aber zugleich Werbeflächen. Wir zeigen hier einen Prototyp des Konzepts GLASSVIEW, um dynamische Inhalte und die Messung des Publikums zu demonstrieren und den Kontakt mit Werbung mit Handlungen wie dem Öffnen einer Tür und einem Kauf zu verknüpfen.
Die Idee lautet also: Der Frischebereich wird nicht nur zum Kostenfaktor, sondern zu einer Plattform?
Aurélien Tissot: Genau. Es geht darum, zusätzlichen Wert aus dem Frischebereich zu schöpfen, neue Einnahmequellen zu unterstützen und Einzelhändlern zu helfen, das Verhalten der Kunden besser zu verstehen, und dies stets in Zusammenarbeit mit Kunden und Technologiepartnern.
Vielen Dank, Aurélien, für die wertvollen Einblicke!











